Samstag, 26. August 2017

Durchgeschmöckert: "Ruf der Versuchung" von Lara Adrian



“Ruf der Versuchung” ist der insgesamt 20ste Band der “Midnight Breed” -Serie von Lara Adrian. Mit 120 Seiten und 14 Kapitel ist das am 21. Juli 2017 erschienene Buch wieder eines der dünneren Werke der Amerikanerin. Es spielt sich weiterhin in der Vampirwelt ab, doch der Fokus liegt nicht wie bei den meisten vorherigen Bänden in Boston, sondern in Italien. Die Hauptcharaktere sind der Vampir Savage, geboren als Ettore Selvaggio und die Stammesgefährtin Arabella Genova. Für den Leser der vorherigen Bände ist das Ergebnis (die beiden werden ein Paar und verbinden sich) nicht überraschend, aber wie sie dort hin kommen und was ihnen passiert oder bereits passiert ist, ist und bleibt spannend.

Arabella ist eine zierliche Blondine von 28 Jahren, die bei ihrer Familie auf dem Land aufgewachsen ist. Nun lebt sie aber in den Fängen des Vampirs Vito Massioni, der für den Vertrieb von “Red Dragon”, einer neuen Droge, bekannt ist. Sie wird als sein Spielzeug gehalten, da sie die Fähigkeit besitzt, auf Wasseroberflächen in die Zukunft zu sehen. Durch Vito begegnet sie auch Savage, der den Auftrag hat Vito zu töten. Es zeigt sich, dass sich die beiden von früher kennen: Arabella ist die Schwester des besten Freundes von Savage. Erst später im Buch kommt heraus, dass sie ineinander verliebt waren, Savage sie entjungfert hat und sich danach einfach verzogen hat.
Zurück im Jetzt: Es kommt, wie es kommen muss: Savage unterbricht seinen Auftrag, um Arabella aus Vitos Fängen zu befreien, ohne zu wissen, was er damit anrichtet. Arabella befindet sich dort nämlich nur noch, weil Vito ihre Schwägerin und ihren Neffen gefangen hält. Natürlich rettet Savage die Beiden und bringt sie, sowie Arabella in Sicherheit. Sie kommen sich näher und es kommt wie erwartet. Auch die überraschende Wendung, die kurz vor dem Ende alles noch spannender macht, ist nicht ganz überraschend, aber perfekt passend.

Lara Adrian schreibt auch in ihrem neuesten Buch weiterhin so, dass man einfach in die Geschichte fällt und nicht mehr auftauchen will. Es ist ganz unkompliziert, im Kopf entwickeln sich Bilder, die auch beim Perspektivenwechseln weiter erhalten bleiben. Man schlüpft so leicht in die Köpfe der Charaktere, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Dadurch ist es ohne Aufwand möglich, die 120 Seiten auf einmal zu lesen. Lara Adrian findet immer wieder Anschlüsse an die anderen Bücher der Serie, die es einem Leser der kompletten Reihe ermöglichen, die Gegebenheiten einzuordnen, das Buch aber auch für neue Leser offen lässt. Ein Vorwissen ist nicht nötig, um alles zu verstehen, doch durch vorhandenes Vorwissen fallen einem mehr Verknüpfungen und auch Anspielungen auf.
Die Handlung der Protagonisten ist nachvollziehbar, oftmals aber auch vorhersehbar. Dies kann es, besonders für Leser der restlichen Reihe, teilweise langweilig machen. Doch da die Zusammenhänge und Entwicklungen nicht immer wie erwartet laufen, bleibt eine gewisse Spannung vorhanden.

Liebe, Sex, Gewalt, Vampire - “Ruf der Versuchung” bietet altbekanntes in einem neuen Mantel. Als leichte Unterhaltung für zwischendurch ist das Buch auf jeden Fall geeignet. Es liest sich schnell und einfach, fordert nicht zu viel vom Leser und ist dennoch nicht langweilig. Da sich bei der Geschichte, die alle Teile der “Midnight Breed”-Serie verbindet, sich in diesem Band nichts tut, kann es auch außen vor bzw. außerhalb der Reihe gelesen werden. Die Charaktere sind rund aufgebaut und dem Leser sympathisch.

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